Was ist Tagesgeld?

von Tom am 07.06.2009

Wer noch nie etwas von Tagesgeld gehört hat, kann mit dem Begriff u. U. erstmal nichts anfangen. Dieser kurze Beitrag stellt daher das Tagesgeld als Anlageform vor und vergleicht sie mit einigen ihren nächsten Verwandten, z.B. dem Festgeld.

Das Tagesgeld gehört zunächst einmal zur Gattung der Zinsanlagen. Zinsanlagen verzinsen das angelegte Kapital zu einem bestimmten Zins. Dieser Zins kann fest oder variabel sein, also über einen bestimmten Zeitraum gelten oder sich entsprechend der Marktlage täglich ändern.

Das angelegte Geld wird bei einem Tagesgeldkonto wie bei einem gewöhnlichen Girokonto i.d.R per Überweisung eingezahlt. Die meisten Banken bieten ebenfalls wie bei einem Girokonto Onlinebanking an, mit dem auch Auszahlungen vorgenommen werden können. Im Unterschied zum Girokonto können Überweisungen aber meist nur auf ein festgelegtes Referenzkonto vorgenommen werden. Hierdurch wollen die Banken verhindern, dass ihre Tagesgeldkonten als Girokonten quasi “mißbraucht” werden.

Es gibt aber auch einige Banken, die ein vollwertiges Girokonto wie ein Tagesgeldkonto verzinsen bzw. ein kostenloses Girokonto in Kombination mit einem Tagesgeldkonto anbieten. Bei diesen Angeboten hat man dann das beste aus beiden Welten: die volle Funktionalität eines Girokontos und die gute Verzinsung eines Tagesgeldkontos. Angebote dieser Art bieten z.B. die DKB, die Citibank und die netbank.

Tagesgeld mit variablem Zinssatz

Die gängigste Form des Tagesgelds ist die mit variablem Zins. Hierbei legt die Bank einen Zinssatz fest, der erstmal bis auf weiteres gilt. Der Zinssatz bezieht sich dabei immer auf ein ganzes Jahr. Liegt der Zinssatz für ein Tagesgeldkonto z.B. bei 2%, so werden aus 1.000 Euro im Verlaufe eines Jahres 1.020 Euro (bei jährlicher Zinsgutschrift).

Der variable Zinssatz kann sich aber jederzeit ändern. Senkt z.B. die Europäische Zentralbank den Leitzins, folgen die Geschäftsbanken dieser Zinssenkung i. d. R. in kurzem Abstand.

Tagesgeld mit festem Zinssatz

Bei einem Tagesgeldkonto mit festem Zinssatz gilt ein bei Kontoeröffnung bzw. Vertragsabschluss angebotener Zins für eine bestimmte Dauer. Diese Dauer richtet sich entweder nach einem festen Datum, bis zu dem der Zinssatz gilt, oder sie gilt für eine festgelegten Zeitraum, z.B. 6 Monate. Üblicherweise richtet sich derartige Angebote nur an Neukunden, da die anfänglichen Zinsen meist über dem Marktniveau liegen. Diese Mehrkosten für die Bank relativieren sich zum einen, weil nach dem Ablauf der Frist für den höheren Zinssatz meist deutlich weniger Zinsen gezahlt werden und sich somit im Durchschnitt wieder ein branchenüblicher Zinssatz ergibt. Zum anderen kalkulieren die Banken damit, dass sie einmal gewonnenen Neukunden zusätzliche Produkte anbieten können, an denen sie wiederum Geld verdienen.

Tagesgeld-Konditionen

Tagesgeldkonten werden oftmals mit einer Reihe von Zusatzbedingungen angeboten. Zum Beispiel gelten bei einigen Banken für ihre Tagesgeldangebote bestimmte Grenzen, was die Höhe des angelegten Geldbetrags angeht. Hier gilt der angegebene Zinssatz nur bis zu einem bestimmten Höchstbetrag, darüber werden deutlich weniger Zinsen bezahlt.

Depotbanken bieten Neukunden gerne Tagesgeldkonten mit hohen Zinsen an. Dieses Instrument wird so gerne genutzt, um neue Kunden für das lukrative Wertpapiergeschäft zu akquirieren. Allerdings gelten auch hier oft Einschränkungen: die augenscheinlich hohen Zinssätze gelten vielfach nur, wenn der Neukunde innerhalb eines bestimmten Zeitraums ein vorhandenes Wertpapier zur neuen Depotbank übertragt, oder er muss eine bestimmte Anzahl Wertpapier-Orders aufgeben oder in seinem Depot müssen sich Wertpapiere in einer Mindesthöhe befinden.

Tagesgeld im Vergleich zu Festgeld

Tagesgeld und Festgeld sind sich im Grunde sehr ähnlich. Festgeld wird immer für eine feste Laufzeit mit einem festen Zinssatz für die gesamte Anlagedauer verzinst. Diese Modalitäten sind mit denen verschiedener Tagesgeldangebote aber durchaus vergleichbar, gibt es doch auch dort Zinssätze für einen von vornherein festgelegten Zeitraum.

Wichtigster Unterschied zwischen Tagesgeld und Festgeld ist die Kündbarkeit: Festgeld ist während der festgelegten Anlagedauer nicht kündbar. Benötigt der Kunde sein Geld aber unbedingt, muss er der Bank üblicherweise eine Vorfälligkeitsentschädigung zahlen. Diese kann dazu führen, dass sich das angelegte Geld effektiv kaum verzinst.

Wie sich ein Festgeldkonto im Vergleich zu einem Tagesgeldkonto verzinst, hängt von der Marktlage ab. In einem Markt mit sinkenden Zinsen bieten Festgeldkonten meist kaum bessere Zinsen, als Tagesgeldkonten. Oftmals liegen sie sogar darunter.

Fazit

Unter dem Strich bieten Tagesgeldkonten eine hoch flexible Geldanlage zu vergleichsweise guten Zinsen und geringem Risiko. Wer genügend Zeit investiert, kann außerdem von den zahlreichen Angeboten für Neukunden profitieren und seine Gelder alle paar Monate von einer Bank zur nächsten umschichten. Das ist zwar etwas Aufwand, kann aber ein oder zwei Prozenz mehr Rendite pro Jahr bringen.

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{ 1 Kommentar… Lese ihn oder kommentiere selbst! }

Gerd Frohner 29.07.2009 um 16:17

Hallo,
ich kannte den Begriff Tagesgeld bis vor kurzem auch noch nicht. Dann hat mir mein Vater empfohlen, ein Konto bei der Bank Of Scotland zu eröffnen – und ich war überrascht, dass ich dort trotz der allgegenwärtiegn Finanzkrise sagar das doppelte an Zinsen bekomme als bei meinem bisherigen Anbieter. Mein Vater meinte, dass er diese Bank schon länger beobachte und dass sie immer mit Top Konditionen aufwarte. Kann man echt nur weiterempfehlen – ich jedenfalls bin super glücklich und freue mich schon auf die Zeit, in der der Leitzins wieder steigt! :)

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